Mazda bringt Kompakt-SUV CX 3

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Von Frank Martini

Nach dem aktuellen Verkaufsrekord von einer Million Mazda CX 5 wollen die Japaner nun an diesen Erfolg bei den Kompakt-SUV anschließen. Am 19. Juni kommt der CX 3 in den Handel.

Angeboten wird der Neue in drei Motorvarianten, zwei Zweiliter-Benzinern mit 120 und 150 PS sowie einem neuen 1500er-Diesel mit 105 PS. Ein Allradantrieb bleibt allerdings nur dem stärkeren Benziner und dem Diesel vorbehalten – und auch nur in den beiden oberen der insgesamt vier Ausstattungslinien. Ein Einstieg in den neuen Golfklasse-SUV ist damit ab 24.690 €uro möglich – als Benziner in der ‚Exclusive Line‘, für zusätzliche 1.500 €uro auch mit einem Automatikgetriebe. Etwas teurer dagegen wird es beim Diesel.

Der ist erst in der Spitzenausstattung ‚Sports Line‘ für 26.590 €uro als Handschalter zu haben. Zwar ist ein Einstieg in den CX 3 bereits ab 17.990 €uro möglich, allerdings nur in den schwächeren Benziner mit 120 PS in der Basis-Ausstattung ‚Prime-Line‘. Diese Basisausstattung ist, ganz Mazda-like, auch schon recht üppig, nur eben ohne die Allradoption. Bei dem knappe 4,30 Meter langen Auto nicht nur auf eine SUV-Optik beschränkt zu bleiben, ist also erst von den genannten 24.690 €uro an möglich.

Sportliche Anmutung - der neue Mazda CX3. (Foto: ampnet/Mazda)

Sportliche Anmutung – der neue Mazda CX3. (Foto: ampnet/Mazda)

In der dafür gebotenen ‚Exclusive-Line‘ bleiben allerdings kaum noch Wünsche offen. Zahlreiche Assistenzsysteme wie ein Berganfahrhilfe, ein Notbrems-Warnblinkautomat oder ein Reifenkkontrolldrucksystem sowie die Start-Stopp-Automatik gehören bereits zur Basisausstattung, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer oder der City-Notbremsassistent kommen bereits in der ‚Center-Line‘ hinzu. In der ‚kleinsten-Ausstattungsvariante‘ mit Allrad kommen noch ein Spurhalteassistent, Licht- und Regensensor, vordere Sitzheizungen sowie die hintere Einparkhilfe hinzu. Weitere Features wie etwa das Navigationssystem sind nur für moderate 690 €uro erhältlich, allerdings noch nicht in der Basisversion. In der Spitzenversion ‚Sports-Line‘, für Diesel-Allrad-Interessierte die einzige Kombinationsmöglichkeit, gibt es noch eine zusätzliche Rückfahrkamera. Ansonsten ‚fehlen‘ nur noch Dinge wie eine radargestützte aktive Distanzregelung für den Tempomaten, das ‚Pre-Crash-Safety-System‘ mit aktivem Bremseingriff bei Not, ein fetter Bose-Sound, eine Ausparkhilfe sowie bspw. das dynamische Kurvenlicht, die exklusiv für die ‚Sports-Line‘ als Technik-Paket (1.300 €uro) Option sind. In metallic-lackierter (500 €uro) Spitzenausstattung mit Navi, Technikpaket und Leder wird der CX 3 also in jedem Fall die 30.000-€uro-Marke gerade so knacken – ob als Benziner oder Diesel, Handschalter oder Automat.

Sehr ordentliche Ausstattung und Verarbeitung - das Cockpit des CX 3 (Foto: Mazda)

Sehr ordentliche Ausstattung und Verarbeitung – das Cockpit des CX 3 (Foto: Mazda)

Alles in allem also ein erfreuliche Neuerscheinung, wäre da nicht ein klitzekleines ‚Aber‘: die Bodenfreiheit. Weil wir unserer Lektüre nicht trauten, haben wir sicherheitshalber noch mal nachgefragt: der CX 3 verfügt tatsächlich nur über 155 Millimeter Luft unter dem Bodenblech. Ein Wert, der selbst angesichts des nur gute zweieinhalb Meter messenden Radstands. Zum Vergleich: Mazdas Verkaufsschlager CX 5 wies noch erfreuliche 210 Millimeter in der Allradvariante auf – bei einem Radstand von auch ’nur‘ 2,7 Metern! Für ganze 13 Zentimeter mehr Radstand fast die Hälfte dessen – 5,5 Zentimeter – mehr Bodenfreiheit; da dürften bei der Einschätzung, welcher der beiden Brüder sich tapferer im Gelände schlagen kann, Fehler weitgehend ausgeschlossen sein.

Interessanterweise sieht man dieses Manko dem CX 3 nicht einmal an. Oder hätten Sie auf eine derart geringe Bodenfreiheit beim Blick auf das Foto unten getippt? Auch unser kurzes Video lässt bereits zu Beginn den CX 3 selbst auf dem stark ausgefahrenen hügeligen Waldweg nicht schlecht aussehen. Die Frage, ob der Neue auch was für’s Revier taugt, ist allgemein nur mit einem kryptischen ‚kommt drauf an‘ zu beantworten.

Keine 16 cm Bodenfreiheit? Hätten Sie's gedacht? (Foto: ampnet/Mazda)

Keine 16 cm Bodenfreiheit? Hätten Sie’s gedacht? (Foto: ampnet/Mazda)

Viele Jäger brauchen oder wollen im Alltag gar nicht mehr Auto, als die Golf-Klasse bietet. Zumal, wenn auch Fünftürer zur Wahl stehen. Solange Preis, Ausstattung, Verarbeitungsqualität und praktischer Alltagsnutzen stimmen – Eigenschaften, mit denen Mazdas stets fraglos punkten konnten – sind Autos deutlich unterhalb 4,5 Metern Länge eine Wunschgröße. Da bei umgelegter Rückbank der CX 3 mit satten 1.200 Litern Laderaumvolumen aufwartet, macht der Neue auch diesbezüglich einen guten Eindruck. Die Revierfrage stellt sich also anhand des Einsatzzwecks. Kommt es primär auf Allradtraktion an, nicht so sehr auf Hindernisüberwindung wegen steiniger oder kaum vorhandener Wege, muss die geringe Bodenfreiheit des CX 3 kein zwangsläufiges Ausschlusskriterium sein.

Wie genau um die jagdlichen Einsätze bestellt ist, werden wir beim CX 3 nach Rücksprache mit Mazda voraussichtlich noch in diesem Sommer klären können. Natürlich in der Allradversion und natürlich als Diesel. Dessen 105 PS dürften zwar weit weniger sportlich daherkommen, als die 150 PS des benzinbetriebenen Allraders. Aber was letztlich zählt, ist der „Bumms aus dem Keller“, und hier sind die 270 Newtonmeter, die bei dem Common-Railer bereits ab 1.600 Touren anliegen, deutlich kraftvoller als die 204 Nm, für die man beim Benziner das Gas bis auf 2.800 U/min treten muss. Auch unter wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien scheint der Diesel die sauberere Lösung, zumal Mazda hier (wie schon beim CX 5) die Euro-6-Abgasnorm auch ohne den Einsatz der selektiven katalytischen Abgasreduktion einhält – die Mazda-SUV also auch ohne Zusatztank für die ‚Adblue‘ genannte Harnstofflösung für den Katalysator auskommen.

Wer den Test nicht abwarten und sich jetzt schon mal näher mit der Neuerscheinung befassen will, findet hier Lesestoff, den wir mit der offiziellen Preisliste mit allen denkbaren Ausstattungen und Detailbeschreibungen verfügbar machent.

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