Marderbiss kein Einwand bei Brand

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Von Frank Martini

Ein Marderbiss stellt keinen zulässigen Einwand der Auto-Versicherung bei einem Brandschaden dar. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe jetzt in einem Urteil entschieden (AZ 9W3/15).

Demnach befreit eine unklare Brandursache und ein möglicher Marderbiss den Versicherer nicht von dessen Leistungspflicht. Im nun ausgeurteilten Fall hatte ein Mann sein Fahrzeug neben dem Auto seines Sohnes auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt. Ein Feuer, das sich im väterlichen Fahrzeug ausbreitete, hatte dabei auch auf das Auto des Sohnes übergegriffen. Der machte darauf hin beim Versicherer des väterlichen Fahrzeugs Schadensersatz geltend. Die Versicherung wies das Regressansinnen jedoch mit dem Hinweis auf eine unklare Brandursache  zurück. Der Versicherungsschutz decke nur technische Defekte als Auslöser eines Brandes ab, argumentierte sie. Der sei aber als Ursache für das Feuer nicht hinreichend geklärt, theoretisch sei auch ein Marderbiss als Grund für einen Kurzschluss im Wagen des Versicherungsnehmers denkbar. Dessen Sohn reichte gegen die Leistungsverweigerung des Versicherers Klage ein. Die Karlsruher Richter gaben dem Sohn gestützt auf den Polizeibericht recht. Diesem zu Folge sei ein technischer Defekt die wahrscheinliche Ursache für den Brand am Auto des Vaters gewesen. Für einen Marderbiss gebe es dagegen weder konkrete Anhaltspunkte, noch wären diese erheblich, so die Richter.

Denn selbst im Falle eines Marderbisses und eines anschließenden Funkenfluges von dem angebissenen Kabel handele es sich bei einem solchen Vorgang gleichwohl immer noch um einen technischen Defekt. Der Einwand des Versicherers sei damit hinfällig, er müsse für den Schaden am Auto des Sohnes aufkommen.

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